15.02.2013 - 12:31

"Egal ob Profi oder Amateur: wichtig ist der Spaß"

Der österreichische Nationalteamspieler Max Navas trennt sich mit nächster Saison von seiner Heimmannschaft RC Donau Wien und wechselt nach Deutschland zum Berliner Rugby Club. Als österreichischer Legionär schnuppert er ausländische Luft im internationalen Rugby-Geschehen. Nicht nur Deutschland, auch Frankreich interessiert sich für den talentierten Back. Der FC Grenoble lud Max Navas zu einer Trainingswoche (11.2-17.2.2013) ein, um mit der Top 14 Mannschaft täglich zu trainieren. Damit verbesserte er nicht nur seine sportlichen Fähigkeiten, sondern sammelte wertvolle Lebenserfahrungen. Der Nationalteamspieler Milad Farkhondeh-Fal sprach „von Spieler zu Spieler“ mit dem 22-jährigen Wiener über seine Motivation, ins Ausland zu gehen.

Der junge Nationalteamspieler Max Navas wechelt ins Ausland. Foto-Lizenz: KURIER/Stefan Sigwarth

ÖRV: Du bist Spieler in Österreich, der den Schritt ins Ausland wagte. Was hat dich dazu gebracht, dein Glück zu versuchen?
 

Navas: Ich war schon immer ein kleiner Sportfanatiker. Als Kind war ich mit meinem großen Bruder Schwimmen, später spielte ich in einem Fußballverein und seit meinem 13. Lebensjahr ist Rugby mein Sport. Egal, was ich tat, ich wollte immer besser und besser werden. Schließlich überlegte ich mir, ins Ausland zu gehen, da ich zum einen Neues kennenlernen möchte, zum anderen meine persönlichen Fähigkeiten weiterentwickeln und verbessern will.
 

ÖRV: Derzeit trainierst du beim FC Grenoble (Top 14 Mannschaft). Vergleiche das Können und die Einstellung dieses Teams mit dem in Österreich!
 

Navas: Das ist nicht leicht zu vergleichen. Die Spieler in Grenoble sind Profis und werden dafür bezahlt, dass sie trainieren und spielen – es ist ihr Job. In Österreich ist Rugby leider nur eine Randsportart. Wir haben nicht dieselben Möglichkeiten, wie Profis zu trainieren und bei weitem auch nicht das Budget dafür. Spielerisch gesehen, sind die Grenobler natürlich um einiges schneller und die Handlings und Skills bei weitem besser. Die Einstellung zum Sport bzw. der Rugby-Spirit ist jedoch sehr ähnlich. Wir alle spielen Rugby und wir alle lieben Rugby - sonst würden wir diesen Sport ja nicht ausüben. Egal ob Profi oder Amateur: das Wichtigste ist, dabei Spaß zu haben.
 

ÖRV: Sollten mehr junge Spieler aus der heimischen Liga Erfahrungen im Ausland sammeln?
 

Navas: Ja, warum nicht? Nach dem Schulabschluss für ein Jahr ins Ausland zu gehen, ist keine Zeitverschwendung - wie manche vielleicht befürchten. Egal ob man Rugby spielt oder nicht, man lernt auf jeden Fall Neues kennen und vor allem lernt man sich selbst besser kennen. Bevor du dich jedoch für einen Auslandsaufenthalt entscheidest, solltest du deine eigenen sportlichen Fähigkeiten und Grenzen einschätzen können und dich von der Angst, es könne etwas schief laufen, nicht beeinflussen lassen. Es ist nie ein Fehler, im Ausland zu spielen. Du musst dir bewusst sein, wie auch sonst im Leben, was du erreichen möchtest und schließlich zu 100 Prozent dahinter stehen. Je früher du dies erkennst, desto besser wird es für dich.
 

ÖRV: Jetzt, da du für andere Nationen spielst, wie stehst du zur österreichischen Nationalmannschaft?
 

Navas: Ich möchte auf jeden Fall weiterhin für die österreichische Nationalmannschaft spielen. Ob ich dabei bin oder nicht, bleibt die Entscheidung der Coaches.
 

ÖRV: Letzte Frage: Hat dich der Berliner Rugby Club (BRC) unter Vertrag genommen?
 
 
Navas: Nein, ich bin nicht unter Vertrag. Der BRC ist keine Profi-Mannschaft, daher bezahlt der Club die Spieler nicht. Ich bin aber als Spieler beim BRC offiziell angemeldet und somit berechtigt, in der Deutschen Liga zu spielen. Wie bereits erwähnt, möchte ich im Ausland meine Spielfähigkeiten verbessern und weiterentwickeln. Daher bleibe ich mindestens eine Saison und entscheide danach, wohin es weitergeht.
 

ÖRV: Welche Position spielst du dort?


Navas: Ich spiele dort, wo man mich aufstellt. Egal welche Position in den Backs, solange ich es rechtzeitig erfahre, spiele ich jede gern.
 
-Schluss-