28.06.2013 - 12:12

Das neue Trainerteam für die Nationalmannschaften

Die Entscheidung über die Position des Trainers für die Rugby Nationalmannschaft ist gefallen. Der geborene Neuseeländer Philipp „Lofty“ Stevenson übernimmt die Aufgaben des Cheftrainers der Nationalmannschaften der Herren in der Variante des 15er- und der Damen im 7er-Rugby und wird als Development Manager eingesetzt. Peter Smutna wird Bundestrainer, unterstützt Lofty Stevenson als Co-Trainer der 15er Nationalmannschaft und wird Cheftrainer der 7er Nationalmannschaft der Herren. Neu im Team ist auch Oliver Grössenbrunner als Teammanager für die 7er Nationalmannschaft der Herren. Jörg Berger wird als Teammanager für die 15er Nationalmannschaft weiter arbeiten.

Lofty Stevenson und Peter Smutna nehmen ihre Arbeit als Trainerteam auf. Foto: ÖRV

Der Österreichische Rugby Verband entwickelte eine ganzheitliche Strategie, um den Trainerstab zu erweitern und sportliche sowie organisatorische Aufgaben besser zu trennen. Der ÖRV entschied sich für Philipp „Lofty“ Stevenson als neuen Nationalteamtrainer, der nicht nur als Spieler in Neuseeland eine langjährige Rugby-Karriere hinter sich hatte, sondern seine Trainerfähigkeiten international unter Beweis gestellt hat.

„Lofty“ coacht seit 30 Jahren

Mit vier Jahren startete „Lofty“ seine ersten Rugby-Versuche in Neuseeland, die ihn nicht mehr losgelassen haben. Er spielte im erweiterten Jugendkader der All-Blacks und schnupperte in Jugendmannschaften regionaler Vereine des Neuseeländischen Rugby Verbands. „Bereits in jungen Jahren lernte ich den Spirit dieses Sportes sehr gut kennen. Wir haben zwar als Provinz gewonnen, aber hörten nie auf, den Gegner zu respektieren. Respekt ist die Essenz in diesem Sport“, erzählt der 49-Jährige.

Aufgrund vieler Verletzungen hörte er in Neuseeland als Spieler auf und begann an seiner Trainerausbildung zu arbeiten. Nun coacht er seit 30 Jahren Mannschaften auf der ganzen Welt und seit 13 Jahren arbeitet er als professioneller Trainer. Er war Rugby Development Director bei den neuseeländischen „Hurricanes-Region“, Staff Coach für die New Zealand Rugby Union, absolvierte zwischendurch einen Universitätsabschluss in „Coaching and Management“ und verhalf dem SC Frankfurt 1880 im Jahr 2008 und 2009 die deutsche Meisterschaft zu gewinnen.

„Wir wollen Rugby in Österreich neu organisieren“

„Bei einem guten Trainer geht es nicht darum, gut zu spielen, sondern ein Gespür für die Menschen und die Gemeinschaft zu haben“, ist Lofty überzeugt. Die Einzigartigkeit dieses Sports will der Trainer verstärkt in die Öffentlichkeit bringen. „Egal wo du bist, woher du kommst, wenn du einer anderen Person sagst, du bist mit Rugby verbunden, und diese ist es auch, bist du sofort zuhause,“ weiß der Neuseeländer, da er in seiner Tätigkeit viel in der Welt herum gekommen ist. „Wir wollen Rugby in Österreich neu organisieren, was sehr harte Arbeit sein wird. Dafür werden unsere Kinder in ein paar Jahrzehnten von unseren Ideen und Entwicklungen profitieren.“

Zunächst aber gilt es, die Motivation der österreichischen Mannschaften zu stärken, da sechs Niederlagen in Folge für die Nationalmannschaft im European Nations Cup und der Gruppenabstieg der Nationalmannschaft der Damen bei der Sevens Europameisterschaft nicht leicht zu verarbeiten sind. „Um gutes Rugby zu spielen, ist mentale Stärke unbedingt notwendig. Mit der Unterstützung von Peter Smutna als Bundestrainer werden wir diese sowohl bei den Herren als auch bei den Damen aufbauen“, ist Lofty überzeugt.

Daher starten die Nationalmannschaften am 28.06 mit seinem Sommer-Training, um sich auf die anstrengende Saison und die Pläne der neuen Trainer vorbereiten zu können.  

„ein Wochenende ohne Rugby ist ein schlechtes Wochenende“

Neu on Board ist auch Oliver Grössenbrunner als Teammanager für die 7er Nationalmannschaft, der in der Geschichte von Rugby in Österreich mit seinen 29 Jahren bereits ein alter Hase ist. Für ihn ist „ein Wochenende ohne Rugby ein schlechtes Wochenende“. 1998 begann er beim damaligen Rugby Club Wien (heute Rugby Union Donau Wien) im Alter von 14 Jahren zu spielen, im Jahr 2011 hatte er ein kurzes Gastspiel für Spring Roses, einem Regionalliga Club in Südafrika und spielt bis heute für Rugby Union Donau Wien und gehörte dem Kader der 7er Nationalmannschaft an.

Dort kennt er sein Umfeld sehr gut und bringt mit seiner Erfahrungen eine besondere Passion für den Sport mit: „Rugby ist der beste Teamsport der Welt, er lehrt Disziplin und Respekt.“ Für das Team nimmt sich der ledige Wiener vor, „geordnete Strukturen aufzubauen und den Stammkader zu vergrößern. Ich bin stolz, dass wir aufgrund der jungen Geschichte von Sevens Rugby in Österreich wieder beim Sevens Rugby European Cup der FIRA mitspielen können. In diesem wollen wir uns langfristig etablieren und aufsteigen. Natürlich sind die Olympischen Spiele nicht nur ein Traum sondern ein Ziel!“.

Mit viel Motivation und Professionalität will unser neues Betreuerteam der österreichischen Nationalmannschaften die nächste Herbstsaison bestreiten. Der ÖRV wird sie dabei unterstützen und freut sich auf eine spannende Zusammenarbeit.