27.10.2016 - 09:34

Sensation in Prag – Donau U12 belegt den zweiten Platz

Am vergangenen Wochenende gab sich das who is who der tschechischen Rugby-Jugend ein Stelldichein in Prag. Neben den starken tschechischen Clubs waren Teams aus Deutschland, England, Litauen, Slowenien und der österreichische Vertreter Rugby Union Donau Wien am Start. Die Wiener stellten Mannschaften in den Kategorien U10, U12, U14 und U18.

U10 Donau

U14 Donau und Rakovnik

U12 Donau und Ricany

In der U10 konnten die Wiener alle Vorrundenspiele gegen bekannte Mannschaften wie Slavia, Tatra gewinnen und mussten in der Zwischenrunde eine knappe Niederlage gegen den späteren Turniersieger Ricany hinnehmen weshalb man nur mehr um die Plätze 4 bis 6 in der Finalrund spielte. Mit einem Remis gegen Tatra und einer 0:1 Niederlage gegen Petrovice erreichte man schließlich den 6. Platz – unter 24 starken Teams ein grandioser Erfolg.

Die U14 erreichte ein Unentschieden gegen Laibach, verlor dann knapp gegen New Castle 3:2 und musste sich dem enorm hohen Niveau der tschechischen Teams beugen – nicht zuletzt, da man auf Grund der knapp zu geringen Spielerzahl (11 statt 13) in einer Art Kombinationsmodus mit einer zweiten Mannschaft antrat, die ebenfalls zu wenig Spieler hatte – also in 3 Spielen war die gesamte Donau Truppe mit 2 Mann Verstärkung am Feld, in den anderen 3 Spielen verstärkten die Piraten die Mannschaft des RC Rakovnik. Wesentlich war aber das Sammeln von Spielerfahrung auf diesem hohen Niveau.

Das U18  7’s Turnier war eine gute Feuertaufe für die Junge U18 Mannschaft der Piraten. Die ersten beiden Spiele wurden noch knapp verloren bevor man sich im letzen Spiel enorm steigerte und den heiß ersehnten Sieg einfahren konnte. Damit erreichte man den 5. Platz unter 7 Teilnehmern.

Die Sensation lieferte allerdings die extrem stark aufspielende U12. Die Minipiraten schlugen Petrovice 2 und Vyskov 2 in der Vorrunde klar mit 8:0 und 8:2 und mussten sich Ricany 1 knapp mit 2:1 geschlagen geben. Die Order wurde vom Kapitän klar ausgegeben: "Wir wollen nochmals gegen Ricany spielen und denen zeigen, dass wir das besser können und dazu müssen wir ins Finale! Dort werden die sicher landen." Der Weg führte nun im Viertelfinale über den starken litauischen Vertreter aus Klaipeda. Dieser wurde in einem entfesselten Spiel mit 2:0 besiegt, gleich danach folgte im Semifinale das 1. Team der Hausherren - Petrovice. Beflügelt durch die Chance sich am ebenfalls bereits im Semifinale befindlichen Vorrundengegner Ricany zu revanchieren wurde Petrovice klar mit 4:0 abgefertigt – und wie erwartet lautete das Finale: Ricany – Donau. Es entbrannte vom ersten Moment an eine Schlacht die alle Zuseher erblassen ließ, die Kleinen kämpften so dermaßen hart, da könnte sich so manche Herrenmannschaft etwas abschauen. Donau ging bald mit 1:0 durch einen grandiosen Lauf ihres Kapitäns in Führung und konnte diese Führung sehr lange halten, die Spannung war unglaublich, die zunächst eher anteilslosen Spieler und Eltern der anderen Teams strömten herbei und verfolgten das Schauspiel, paff erstaunt ob der Intensität der Partie -  da wurde gut 5 Minuten an der Tryline der Piraten verteidigt, die kleinen warfen sich in die Schlacht als ob es kein Morgen gäbe. Leider brach Ricany dann doch nach zigmaligem Anrennen durch die  Verteidigung und glich aus. Dann ging es sehr schnell, eine kurze Unachtsamkeit und Ricany scorte erneut am Flügel. Noch war nichts vorbei, vom Kickoff weg holte Donau den Ball, bekam einen Penalty ca. 20 Meter vor der Tryline, die man dann auch durch schnelles Spiel und enormen Druck erreichte, aber allein das Ablegen sollte nicht mehr gelingen. Schlusspfiff – wieder 2:1 verloren. Aber nun geschah das seltsame, in beiden Teams begannen die Spieler zu weinen – zu übermannt waren die Kinder von den Emotionen die während des Spiels aufkamen. Es gab keine unfairen Aktionen, keine Fouls - aber die Coaches beider Teams waren der selben Meinung "das war schon fast zu viel an Einsatz". Gasse, gemeinsames Foto – dann wurde gemeinsam gefeiert – Rugby eben. Zum Niveau von Ricany sei nur erwähnt, das genau diese Mannschaft beim Turnier in Grenoble im Finale knapp gegen die Kids von Clermont Ferrande (Frankreich Top 14 Club) verloren hat und in diesem Club fast 600 Kinder und Jugendlich trainiert werden (selbstverständlich von U6 bis U18). Einen zweiten Platz (von 16 Teams) beim Jugendturnier in Prag konnte bisher noch keine österreichische Mannschaft einfahren. Es geht auch in der Jugend steil nach oben - Gratulation an alle Teams.

[RU Donau Wien]