14.11.2018 - 07:18

Frauen 15s Projekt und Women Leadership Forum

Nach der erfolgreichen Abwicklung des Kriegerinnen Projekts mit 8 Tryout Terminen in ganz Österreich, wurden vergangene Woche weitere Schritte zur Entwicklung des Frauen Rugby gesetzt.

Am Samstag traf sich Österreichs Frauen-Rugby in Leoben, um die Winter-Pause in der Austrian Sevens Rugby Series für erste Schritte im noch ungewohnten 15s Rugby zu nutzen. Coach Alexis Michel arbeitete mit den 30 teilnehmenden Spielerinnen aus 7 Vereinen in einer 2stündigen Trainings-Einheit an den Unterschieden zwischen 7s und 15s, mit Fokus auf Kontaktsituationen und Spiel-Organisation.

Im Anschluss wurden zwei ausgeglichene Teams gebildet, um das Erlernte in einem Match umzusetzen. Die Teilnehmerinnen konnte viele wertvolle Erfahrungen sammeln und den ihnen bekannten Sport von einer für viele noch neuen Seite kennen lernen. Bereits kommenden Samstag geht das Projekt in die zweite Runde - Österreichs Frauen treffen sich in Wien für eine weitere 15s Einheit inklusive Match (17.11. ab 13h30, RU Donau Platz, Meiereistraße 20, 1020 Wien). Vielen Dank an Alexis Michel für die Leitung, Kathi Kueß und Angelika Grabher-Wusche für die Organisation, sowie die Academic Rugby Club Leoben Damen für die Gastfreundschaft.

Eine Woche zuvor traf sich die Spitze des europäischen Frauen Rugby in Spanien, um Wege für die weitere Entwicklung des Sports zu diskutieren. Der ÖRV war bei dem von Rugby Europe und World Rugby initiierten "Women Rugby Leadership Forum" durch Vize-Präsidentin Dr. Katharina Kueß vertreten. Zahlreiche Vertreter des europäischen Frauenrugby folgten der Einladung, auch große Rugby-Nationen wie Irland, England und Frankreich - insgesamt 28 europäische Nationen waren vertreten.

Katie Sadler, General Manager Womens Rugby bei World Rugby, hat dieses Forum auf allen Kontinenten ins Leben gerufen, um die Zusammenarbeit der Länder zu verstärken und mehr weibliche Aspekte in die Arbeit der kontinentalen Verbände zu bekommen. In diesem neuen Rahmen wurden Wünsche und Probleme erörtert und festgestellt, dass alle Verbände größenunabhängig mit sehr ähnlichen Hindernissen zu kämpfen haben. Große Nationen zeigten eine hohe Bereitschaft, kleinere Verbände mit ihren bereits ausgearbeiteten Entwicklungsplänen zu helfen. Sowohl Jason Lewis, European Regional Service Manager von World Rugby, als auch Octavian Morariu, Präsident von Rugby Europe, nahmen sich Zeit um die Anliegen aller Verbände anzuhören. In Kleingruppen wurden erste Lösungsansätze bereits ausgearbeitet, und auch wenn noch keine konkreten Änderungen bzw. Zusammenarbeiten finalisiert wurden, kann man trotzdem sagen, dass das europäische Frauenrugby ein großes Stück weiter zusammengerückt ist.

Katharina Kueß: "Es war ein reger und ehrlicher Erfahrungsaustausch zwischen hochmotivierten, enthusiastischen Vertretern des Frauenrugbys und großen Vorbildern wie Alhambras Nievas, Nora Stapleton und Isabel Rico. Sich mit ihnen und allen anderen Nationen auszutauschen und auch andere Lösungsansätze kennen zu lernen, war eine großartige Möglichkeit. Ich denke die Entwicklung des Frauenrugbys in Europa wird in Zukunft noch einen großen Schritt machen, wenn wir die Zusammenarbeit weiter ausbauen können."

Auch das Kriegerinnen Projekt des ÖRV wurde besprochen und andere Nationen zeigten sich sehr interessiert. Ebenso scheint Österreich ein Vorreiter in der Nutzung der geographischen Gegebenheiten zu sein - die grenzübergreifende Integration von nahe liegenden Clubs in unsere Ligen (Austrian Women's 7s Series) war für viele Länder ein noch unbekanntes System.